Kuzorras Dialoge: Metaphysikalische Existenzprobleme

Aber, sagt die Frau, beschäftigen sich denn Wissenschaft und Religion nicht mit zwei grundsätzlich anderen Fragestellungen? Welche Aussage kann empirisch getroffen werden über Behauptungen, die sich auf eine ganz andere Erkenntniskategorie beziehen?

Nein, wohl nicht. Kuzorra neigt den Kopf nach vorne. Wie definierst du denn Erkenntnis, wenn sie nicht empirisch untermauert, überprüft werden kann? Es bleibt doch dann nur subjektives Empfinden.

Sollte das nicht reichen? Ist nicht subjektives Empfinden ausschlaggebend, wenn es Entitäten betrifft, die sich jenseits allen Mess- und Nachweisbarens befinden? Wenn sich Gott nicht offenbart, kann die Naturwissenschaft keine Aussagen über ihn erzwingen - eine ganz andere Ebene des Da-Seins, die der rationalen Erforschung nicht offensteht.

Aber dann schränkst du ihn selbst ein auf eine pure metaphysische Existenz.

Was er ja vielleicht auch ist…

Wenn dir das reicht: ein rein metaphysischer Gott, der sich in der physisch-physikalischen Sphäre nicht äußert. Der nicht eingreift, kein Zeichen von sich sendet, keine Anweisungen gibt. Das wäre der Gott, über den Naturwissenschaft gar keine Aussage treffen könnte.

Und wenn er eben das wäre?

Wie wolltest du dann Erkenntnis von ihm haben, wenn auch nur subjektive? Du selbst bist doch nur Teil der materiellen Welt. Jede Änderung in deinem Gemüts- oder Geisteszustand ist doch, allermindestens zum Teil, eine Änderung der materiellen Konfiguration in deinem Gehirn.

Das führt uns dann zurück zum Dualismus.

Welcher der empirischen Forschung offen steht und somit von dieser verneint oder bestätigt werden kann. Und somit dann auch Gott selbst.

Die Frau schüttelt den Kopf. Kuzorra schweigt.

 

One Response to “Kuzorras Dialoge: Metaphysikalische Existenzprobleme”

  1. Hallo.

    Du bist irgendwie ein Wesensverwandter - wenn auch auf einem sehr viel höherem Level. Komm mich doch mal besuchen. Würde mich freuen: DigitalExistenz.

    Roland.

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