Sehr begrenzte Wissenschaft: was in eigener Sache

Wie regulären Lesern sicher schon aufgefallen ist, gibt’s hier im Moment nicht unbedingt viel Wissenschaftsjournalismus 2.0 zu bestaunen, was ich ausdrücklich bedauere. Obwohl der Spaß-Anteil beim Bloggen von Anfang an im Vordergrund stehen sollte (für mich, ihr seid schließlich nur freiwillig hier), war’s doch eher so gedacht, mehr Zeit mit Themen und Ergebnissen aus der Forschung zu verbringen. Das ist aber im Moment nicht wirklich möglich. Der Grund ist, dass ich mich schon beruflich durch Veröffentlichungen quäle, und ein eingermaßen interessanter Wissenschafts-Artikel, so wie ich ihn mir vorstelle, kommt ohne die zumindest oberflächliche Lektüre der Originalveröffentlichung nicht aus — und wenn es ein richtig guter Artikel werden soll, dann gehören da Querverweise und Inbezugsetzungen und ähnliches dazu, die weitere Recherche bedürfen. Das sind wie gesagt meine Kriterien an einen guten Artikel, bei dem ich dann auch Spaß beim Schreiben habe.

Jetzt könnte ich natürlich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und einfach über die Veröffentlichungen bloggen, die ich eh lesen muss. Das wäre aber erstens sehr dröge, weil sich die meisten mit obskuren Detailfragen beschäftigen, die erstmal eine längere Einleitung brauchen, warum die Ergebnisse überhaupt einen Anschein von Relevanz haben (und für den öffentlichen Diskurs oder das aktuelle Bild vom Stand der Wissenschaft haben sie den sowieso nicht); zudem sind die Ergebnisse im Regelfall alles andere als spektakulär und treiben dem Laien vermutlich vor Desinteresse das Blut in die schon monitorgeschädigten Augen.

Der Hauptgrund ist aber, dass ich in einem sehr spezialisiertem Forschungsfeld arbeite, dabei aber gleichzeitig noch halbwegs anonym blogge. Wenn ich anfange, über meine Arbeit zu schreiben, könnte ich das nicht lange durchhalten; ich wäre sehr schnell per Google zu identifizieren, und es würde vermutlich auch nicht ewig dauern, bis andere Mitarbeiter (oder Vorgesetzte) auf das Blog stoßen, wonach sie ebenfalls sehr schnell wüssten, wer das hier alles schreibt. Im Moment habe ich aber lieber selbst in der Hand, wer von dem Blog weiß. Das soll nicht heißen, dass ich nie was über die Themen meiner Dissertation bloggen werde; aber das ist verschoben auf nächstes Jahr.

Lange Rede, wenig Sinn: erstens schaffe ich es gerade nicht, selbst mehr wissenschaftliche Inhalte zu schreiben; zweitens habe ich eine Aversion gegen Blogs, die nur aus dem Wiederkäuen originären Inhalts anderer Leute bestehen; drittens finde ich ständig was, was ich bookmarke, um vielleicht später richtig drüber zu schreiben oder es in einen richtigen Post einfließen zu lassen — Fazit: in Zukunft wird es hier in unregelmäßigen Abständen Zusammenstellungen geben über Sachen, die ich bemerkenswert fand und die dann entsprechend verlinkt werden, bevorzugt eben aus dem wissenschaftlichen/wissenschaftsjournalistischen Bereich.

Damit kann ich dann das Blog weiterhin unter dem bisherigen Namen laufen lassen und mich meinerseits weiter mit Popkultur, Gottesbeweisen und Medienberichterstattung beschäftigen — eben mit allem, was keine intellektuelle Herausforderung darstellt. Oder, um es mit mit meiner liebsten Suchanfrage [1] zu sagen: mit pseudointellektueller Arroganz. Meinerseits.

 

[1] Die zweitliebste war eindeutig: Schalke Sex. Diejenige kann sich bei Bedarf gerne noch mal melden.

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