Für denjenigen, der nur die Artikel und nicht auch die Kommentare abboniert hat, passiert hier im Moment nicht so die Menge — aber bei Interesse an hochabstraktiver Spekulierung und alltagsabgewandten Streitgesprächen kann ich hier auf die noch laufende, aber jetzt schon sehr umfassende Diskussion mit Thomas Schärtl verweisen. Aber wirklich nur Freunden abgehobener Theologie- und Naturalismuskritik.
Angesichts dessen hab ich mir hier auch dringend etwas Entspannung verdient, und da kommt mir m.arschflugkörpers Marks Kettenbrief gerade recht: Fünf Fragen über Musik. Und, wem immer es gedankt sei, keine dabei über die peinlichsten CDs in meinem Regal oder die dümmsten Dancetracks in meiner Playlist. Dafür zielen die Fragen irgendwie auf persönliche Berührung — das stellt einen leicht abaspergernden Naturwissenschaftler allerdings vor arge Probleme.
1. Nenne einen Song, der Dich vom Text ganz besonders berührt und begründe
Da muss ich eigentlich mit Elliot Smiths King’s Crossing gehen, was ein so exzellenter, anspielungsreicher Text ist, dass ich ihn immer wieder gerne verfolge. Wenn es wirklich um gefühlsmäßige Berührtheit und Sentiment an sich ginge, wäre das allerdings wohl Sheryl Crows Crash and Burn, das mich doch wenigstens eine Zeit lang nebst aller anderen Songs auf dem Album (s.u.) durch mein Leben begleitet hat. Eigentlich muss ich das nicht begründen, ein Konzertmitschnitt ist hier und wir waren ja alle mal jung.
2. Nenne einen Song, der Dich von der Musik ganz besonders berührt und begründe
Das ist von daher schwer für mich, als dass in meinem Musikgeschmack Text und Musik sich kaum trennen lassen: wenn man von Johnny-Cash-Songs etwa die Gesangsspur wegnimmt, bleibt selten wirklich viel brauchbares über. Von den Alben, die mich überhaupt berührt haben und bei denen Gesang und Text nicht im Vordergrund stehen, würde ich von Blur 13 nennen oder auch von Kid Loco A Grand Love Story. Und außerdem Miles Davis’ At Fillmore, aber Jazz ist bei mir ziemlich phasenabhängig.
3. Welchen Song hättest Du gerne geschrieben und warum?
Natürlich die Klassiker: Königsblauer S04, FC Schalke und der FCN sowie Schalke 04, Liebe im Revier (wobei mir jetzt einfällt, dass die mich auch ziemlich oft persönlich berührt haben). Aber ansonsten hätte ich auch gerne das gesamte Frühwerk von Leonhard Cohen geschrieben — die sind in vielerlei Hinsicht unerreicht, auch wenn mir gerade das passende Wort dafür fehlt.
4. Nenne fünf Songs für dein Lebens-Best-of
Ich nenne lieber fünf Alben: Sheryl Crow, The Globe Sessions; Elliot Smith, From a Basement On the Hill; The Doors, L.A. Woman; dann müsste ich mir selbst noch Best-Ofs von Leonhard Cohen und natürlich Johnny Cash zusammenstellen. Und weil bisher fast nur Klassik dabei war, nenn ich zumindest noch Demon Days der Gorillaz und Gimme Fiction von Spoon.
5. Und zum Schluss: Welche Musikscheibe beschützt Du wie Deinen Augapfel?
Im Zeitalter digitaler Reproduzierbarkeit? Aber eine CD, die mir, abgesehen von den oberen, fehlen würde, wäre Jazz a Saint Germain: ein sehr netter und lässiger Coversampler von Pariser 50er-Jahre-Jazz.
Da das Stöckchen weitergegeben sein will und sich zumindest die nicht-naturwissenschaftlich arbeitenden Leser vielleicht ab und an fragen: “Was sind Doktorandinnen eigentlich für Menschen?” Eben darum werf ich das mal weiter an meine Blogger-Kolleginnen JLT von Evil under the Sun, Ludmila Carone von Hinterm Mond gleich links, Assistenzarzt vom Assistenzarzt-Blog und nicht zuletzt die aus ihrem Urlaub zurückgekehrte Dejah vom DissBlog.
Abgelegt unter : Institutsleben, Interna, Musik
