Der Heros als häretischer Eros
Man verzeihe das kurzzeitige Aufflammen riefenstahlesker Körper- und Willen-Ästhetisierung, die nietzscheanische Anbetung des sich selbst im Akt Verübermenschlichenden, dessen daimonische Vervollkommnung Kontingenz und christliche Mitleidsethik abschüttelt und negiert und uns über die conditio humaine in ihrer Transzendierung noch auflachen lässt:
Derweil es aller frühverkündeter Aufstellung wegen heute eben nicht genüget, das Heroische beschwörend den Triumph allein darin schon ersehnen zu können. In wahnwitziger Dialektik der trainerischen Gegenaufklärung bedarf es der Synthese des absichernden Zoroastrischen mit der stürmenden Verkörperung des erbarmten Leidensmannes, dessen Torwiederkunft seit Jahr und Tag uns nun versprochen wurd. Den Ball, ihn zu knechten, ihn manchmal zu finden, in den Strafraum zu treiben, dort ewig zu binden: aus dieser Manifestation seines eschatologischen Anspruchs, entstehe die sich im königsblau geweihtem Wasser erhartende Legierung aus Erhabenem und tradiertem, familiärem, wohlgeübtem Klamauk:
Wer kreist so wie ein Falke,
der FC Schalke, der FC Schalke…
Und stößt er einmal vor,
dann Schuss, hinein und: Tor!
Es wird ein besonderer Tag.
Add: der Schalker hat einen anderen Musikgeschmack und bloggt weiter aus Barcelona.
Abgelegt unter : Fundamentalismus, Fußball, Interna, Kultur, Kulturkampf, Missionierung, Mythologie, Religion, Ruhrpott, Schalke 04, Sport | Getaggt: Kevin Kuranyi, Manuel Neuer, S04

Mein Beileid, kamenin.
Schlimm ist wie mittelmäßig die Katalaner agierten und der Schalker Sturm aber auch überhaupt nichts rieß.
Na, gut gespielt hamse, um es so zu sagen, auch wenn ich nicht verstehe, wie man nach der Pause schlechter aus der Kabine kommen kann als man vorher reingegangen ist.
Aber was solls. Immerhin beruhigend zu sehen, dass Übermenschen-Rhetorik in Deutschland immer noch nach hinten los geht :)