Weiterführende Links, Cartoons, das Ruhrgebiet und eine Sonntags-Predigt

Bin immer noch anderweitig beschäftigt, und natürlich will ich auch niemandem nahelegen, im anbrechenden Frühling vor dem Rechner zu sitzen. Ein paar Links hab ich dennoch:

Nature hat sich Sherry Towers Untersuchung möglicher Frauendiskriminierung in der Physik angenommen und die Autorin dazu interviewt. Der Artikel geht allerdings kaum auf die Veröffentlichung oder die statistische Argumentation darin ein und bleibt auf einer “sie sagt so, er sagt so”-Ebene (und außerdem kann man ihn nur mit Nature-Zugang lesen, was immerhin auf die meisten Universitäts-Accounts zutreffen sollte, denke ich). Dazu gibt’s noch Sherry Towers Weblog, auf dem sie als Absinthe über das Paper und die Auswirkungen bloggt, sowie über die Diskriminierung von Frauen in den Wissenschaften im Allgemeinen.

Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften e.V. (GWUP) ist mit ihrem Blog umgezogen, und auf dem gibt es sogar verstärkte Posting-Aktivitäten — verglichen zum alten Blog. Stefan Kirsch schreibt über alles diesseite und abseitige, erkenntnisleugnende Esoteriken, Aberglaube und Verschwörungstheorien. Weiter bloggt natürlich auch der österreichische Ableger, die Gesellschaft für kritisches Denken, auf Kritisch Gedacht.

Außerdem erreicht mich die Bitte, auf einen gerade stattfindenden Schreibwettbewerb der Athpedia, der säkulären Enzyklopädie, hinzuweisen. Die Athpedia erklärt die Einzelheiten und listet die Buchpreise auf, die man gewinnen kann.

Wer sich schon immer gefragt, was Schachprogramme die ganze Zeit machen, während sie ihren Zug berechnen (oder ob sie nicht doch im Hintergrund einfach nur mit digitalem Lachen über unsere eigenen Züge zu Gange sind), dem sei die von Faustus gefundene Thinking Machine empfohlen. Bei der kommt der Rechner weniger zum Lachen, weil er nebenbei noch die Zugfolgen, die gerade berechnet werden, illustriert. Was ihm im Zeitalter unbenutzt dahinfrierender Doppelprozessoren aber vermutlich auch nicht soviel ausmacht.

Ergänzungen zu den Webcomics: Pictures For Sad Children richten sich auch an nur leicht überarbeitete Erwachsene. Ahoi Polloi dürfte hinlänglich bekannt sein, auch wenn es bei mir aus irgendwelchen Gründen trotz mehrmaligen Drauf-Stoßens erst jetzt gezündet hat. Und die Überseite für Karikaturen als Werkzeug des politischen Kommentars ist ohnehin, wie konnte ich die Seite vergessen, Daryl Cagle’s Professional Cartoonist Index. Mit einer umfangreichen täglich aktualisierten Übersicht über die derzeitigen Karikaturen und RSS-Feeds, mit denen man sich seinen Feedreader nach Belieben cartoonistisch füllen lassen kann. Das Ganze natürlich mit einem Schwerpunkt auf amerikanischen Karikaturisten, aber auch mit internationaler (ins Englische übersetzten) Sektion. Nicht dabei (früher war er’s): Heiko Sakurai, der inzwischen zum Beispiel für die Welt am Sonntag zeichnet, aber auf seiner Seite immer noch keinen Feed anbietet.

Heiko Sakurai kommt von der Ruhr, ich komm von der Ruhr, und eigentlich ist soviel schon gelogen: eigentlich kommen wir beide nämlich eher vom Rhein-Herne-Kanal. Derweil das sauerländische, pottfremde Fräulein Spassperger praktisch direkt vom Ruhrufer stammt. Tst. Aber das Rhein-Herne-Kanalgebiet hat noch keine Düsseldorfer Werbeagentur mit einem debilen Slogan bedacht. Das Ruhrgebiet schon: Ruhr hoch n! TeamWork-Capital! Das hätte aus Berliner Sicht auch schlimmer kommen können (My rules — Your rules — Ruhr rules) oder auch noch schlimmer (Ruhrgebiet — nur eine Stunde vom Gras) oder ganz schlimm (Ruhrgebiet: nicht mal mehr französisch besetzt). Aber so kann man da direkt ein fröhliches Lied zu singen (via Pottblog und Duckhome). Bilder vom Rhein-Herne-Kanal inklusive:

Soviel Heimat muss an einem Sonntag auch sein. Und weil für’s Predigen heute keine Zeit ist, gibt’s noch den Link auf The Atheist Jew: Yusuf Islam singt atheistische Lieder. Eigentlich nur eins. Und Islam hieß er damals auch nicht. Hübsch isses trotzdem.

Extraempfehlung: der total wöchentliche Realsatirepreis geht, wie aber eigentlich jede Woche, wieder mal an den Naturalismuskritiker. Weil man in Berlin kein Denkmal für einen von der Kirche ermordeten wissenschaftlich denkenden Menschen aufstellen kann, ohne damit implizit zu sagen, dass das Leben eines Schweines mehr wert ist als das eines Säuglings.

3 Responses to “Weiterführende Links, Cartoons, das Ruhrgebiet und eine Sonntags-Predigt”

  1. Herzlichen Dank für den freundlichen Hinweis auf den neuen Skeptiker-Blog der GWUP! Im Moment ist das leider noch eine One-Man-Show, aber ich hoffe und bin zuversichtlich, mit der Zeit weitere feste Autoren und auch Gast-Blogger gewinnen zu können. Dein Hinweis wird unsere Wahrnehmung in der Blogosphäre sicherlich stärken. Außerdem erhoffen wir uns redaktionelle Synergien mit der Print-Ausgabe unseres Skeptiker-Magazins und den GWUP-News. Wir sind dran! Mach weiter so! - Viele Grüße: Stefan von gwup | die skeptiker

  2. Keine Sache. Im Moment scheint mir wieder besondere Not an einer profilierten Skeptiker-Organisation zu bestehen. Mal so als Frage: wie oft kommt das eigentlich vor, dass Journalisten sich bei euch melden, um irgendwelche Phantastereien, die ihnen erzählt werden, wenigstens oberflächlich überprüfen zu lassen? Hast Du da einen Einblick?

    Beste Grüße,
    k.

  3. Ad hoc weiß ich das leider nicht, aber Dr. Martin Mahner von Skeptischen Zentrum der GWUP in Roßdorf führt eine Liste mit allen Anfragen von Medien und Privatleuten nach Thema. Nicht erfasst werden von ihm allerdings die Anfragen, die direkt bei den verschiedenen Regionalgruppen der GWUP aufschlagen. Ich denke, er wird auf der (internen) Mitgliederversammlung bei der Konferenz diese Woche darüber berichten. Vielleicht gibt er die Zahlen ja auch extern heraus. Kontakt ins Zentrum via: http://gwup.org/ueberuns/zentrum/
    Viele Grüße: Stefan von gwup | die skeptiker

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