Einführung in Quantenphysik, Verschränkung und die Lügen der Esoterik
Sich über im Wissenschaftsteil von überregionalen Zeitungen erscheinenden Esomüll aufzuregen, ist eine Sache. Aber vielleicht ist es noch mal sinnvoll, sich mit Quantenverschränkung an sich zu beschäftigen und mal nachzusehen, wieso und wo irgendwelche esoterischen, religiösen oder spirituellen Behauptungen im Grunde nur versuchen, Schwachsinn zu verbreiten, wenn sie sich dabei auf das physikalische Phänomen berufen.
Eine weitgehend klassische Hinführung: Wir machen das mal abstrakt. Wir betrachten einen Quantenzustand A, also eine Messgröße, die wir per Messung bestimmen können. Außerdem nehmen wir an, dass für diesen Quantenzustand ein Erhaltungssatz gilt: ein Beispiel für eine klassisch leicht zu verstehende Eigenschaft ist zum Beispiel die Ladung. Ladung kann nicht erzeugt oder vernichtet werden: ich kann Materie und Antimaterie zerstrahlen, also in (ladungslose) Energie umwandeln, aber nur weil die Summe der eingehenden Ladung ebenfalls null ist — die Ladung eines Elektrons (-1) ist gleich der negativen Ladung seines Antiteilchens, des Positrons (+1). Das zerstrahlende Gesamtsystem aus Elektron und Positron hat also keine Ladung und geht in einen Zustand über, in dem es wieder keine Ladung hat.
Das funktioniert auch andersherum. Ich kann aus einem entsprechenden Photon, also einem Energieteilchen mit genügend hoher Energie, auch ein Elektron und ein Positron erzeugen: die Energie des Positrons wird dann umgewandelt in die Masse und Bewegungsenergie der Teilchen. Vorher hat man also ein ungeladenes Photon. Nachher hat man zwei geladene Teilchen, Elektron und Positron, die sich getrennt voneinander fortbewegen können. Im Gesamtsystem erhöht sich dadurch die Gesamtladung nicht, aber anstelle einer Ladung 0 haben wir nun eine Ladung -1 und eine Ladung +1.
Nehmen wir an, ich lasse die Teilchen sich voneinander wegbewegen. Ich habe keine Ahnung, welches der beiden Teilchen die Ladung -1 hat und welches +1. Aber schließlich messe ich die Ladung von nur einem der beiden Teilchen. Ich erhalte das Ergebnis -1; das Teilchen, das ich gemessen habe, ist also ein Elektron. Ergo muss das andere Teilchen ein Positron mit der Ladung +1 sein, ansonsten wäre der Ladungs-Erhaltungssatz verletzt. Dabei ist es unerheblich, wie weit weg das andere Teilchen inzwischen ist. Ich muss das zweite Teilchen auch nicht mehr selbst messen, weil das schon zigtausend mal vorher gemessen wurde und andernorts, im Rahmen anderer Forschung, auch immer noch gemessen wird.
Wenn ich mir ein Zitronen- und ein Vanilleeis kaufe, ich eins unbesehen an einen Freund gebe und später feststelle, dass ich ein Vanilleeis mitgenommen habe, weiß ich eben auch, dass der andere gerade das Zitroneneis hat. Das weiß ich im gleichen Augenblick, in dem ich mein eigenes Eis auspacke.
Warum ist das quantenphysikalisch überhaupt erwähnenswert? Jetzt kommen wir zu unserem Quantenzustand A. Nehmen wir an, wir haben ein beliebiges Teilchen, von dem wir nicht viel wissen. Wir machen eine Messung an dem Teilchen, mit dem wir das A dieses Teilchens bestimmen wollen. Wir finden A ist gleich +1. Das Besondere an quantenmechanischen Messungen wie dieser ist, dass es eine Reihe von Quantenzuständen gibt, die wir an einem Teilchen zwar messen können; aus verschiedenen Gründen hat es aber wenig Sinn (und widerspricht sogar anderen Messungen) zu sagen, das Teilchen hätte vor der Messung schon den Wert A gleich +1 gehabt. Man geht heute weitgehend davon aus, dass das Teilchen erst mal keinen definierten A-Wert innehatte, und das erst unsere Messung das Teilchen in einen Zustand überführt, in dem es ein A von +1 oder -1 annimmt. Und mit Messung meine ich übrigens nicht irgendeinen esoterisch verbrämten Begriff von gar noch bewusster “Beobachtung”, sondern die physikalische Wechselwirkung, die bei der Messung mit dem Teilchen eingegangen wird: diese Wechselwirkung zwingt das Teilchen, sich hinsichtlich des Zustandes A festzulegen: +1 oder -1. Vorher war es nicht in einem A-Zustand, erst durch die Wechselwirkung nimmt es diesen ein. Das ist natürlich kontraintuitiv, aber wir gehen weiter unten noch etwas näher darauf ein.
Die quantenphysikalische Messung ist in dem Sinne also nicht einfach die Abfrage einer schon vorhandenen Variable, sondern die Erzeugung eines Zustands. Welchen Wert A annimmt, ist dabei zufällig. Die Hälfte der Teilchen wird zufällig ein A von +1 ein haben, die andere Hälfte ein A von -1.
Wenden wir das jetzt auf das Beispiel oben an. Wir erzeugen durch ein Photon (A=0) ein Teilchenpaar. Das Gesamtsystem der zwei Teilchen wird wieder ein verschwindendes A von null haben, aber die Teilchen sind derart, dass man ihr A messen kann. Und wieder messen wir A bei nur einem Teilchen und erhalten das Resultat -1. Das legt unser anderes Teilchen aber fest auf A=+1, im selben Augenblick.
Das erscheint nicht wie ein Problem. Aber wenn wir uns der Interpretation anschließen, dass unsere Messung erst den Zustand +1 im Teilchen festlegt, wird damit automatisch auch der bisher nicht vorhandene Zustand -1 im anderen Teilchen festgelegt, im selben Augenblick. Das andere Teilchen kann in der Zwischenzeit auch die halbe Galaxis durchflogen haben. Wir üben also eine instantane Fernwirkung auf das andere Teilchen aus, indem wir in ihm einen Quantenzustand festlegen: das scheint die Prinzipien der Relativitätstheorie zu verletzen, nach der eine Wirkung sich höchstens lichtschnell durch den Raus ausbreiten kann.
Mit Quantenverschränkung meint man also zwei Teilchen, deren Eigenschaft so miteinander verknüpft sind, dass die Eigenschaft des einen durch die Manipulation am anderen festgelegt wird, unabhängig von der Distanz zwischen beiden. Die Teilchen sind insofern nicht frei voneinander, sondern physikalisch immer noch voneinander abhängig.
Das ist doch reine Theorie! Das ist inzwischen recht gut experimentell nachweisbar. Dass es zu solchen Verschränkungen kommt, wurde immer wieder nachgewiesen.
Ist der Quantenzustand nicht doch schon vorher festgelegt? Das ist eine viel interessantere Frage. Wäre die Messung von A nur das Aufzeigen eines schon vorhandenen Zustands, wäre an Verschränkung nichts besonders Rätselhaftes. Tatsächlich gab es lange Zeit Tendenzen, das Phänomen hinwegerklären zu wollen: die Quantenphysik beschreibt demnach die Realität nicht vollständig. Es erschiene nur so, als würde sie in einem Teilchen den Zustand A hervorrufen, in Wirklichkeit ist der Wert von A aber schon verborgen in dem Teilchen festgeschrieben, nur nicht erkennbar für die Quantenphysik. Allerdings kann man auch diese Theorie empirisch untersuchen. Auch wenn die Einzelheiten kompliziert sind, kann man beide Theorien (versteckte Eigenschaft gegen Fernwirkung) voneinander unterscheiden. Und bis jetzt deuten die Ergebnisse ziemlich deutlich, wenn auch noch nicht letztendlich abschließend, in die Richtung, dass die Quantenphysik recht hat und ohne verborgene Eigenschaften auskommt: es scheint sich tatsächlich um eine Fernwirkung zu handeln, in der der Quantenzustand erst durch die Messung induziert wird und nicht schon vorher in den einzelnen Teilchen verborgen war.
Ist dann nicht die Relativitätstheorie verletzt, weil es zu einer überlichtschnellen Beeinflussung kommt? Nicht in dem Sinne. Zwar verrät uns unsere Messung im Labor etwas über ein möglicherweise Lichtjahre entferntes anderes Teilchen, aber diese Information können wir nicht verwerten. Wir können nicht mal wissen, ob nicht Lichtjahre weiter ein anderer Forscher das andere Teilchen schon gemessen hat und damit unser Teilchen schon auf einen Quantenzustand A festgelegt hat. Um die Erkenntnis verwerten zu können, müssten wir mit diesem Forscher Kontakt aufnehmen und Informationen austauschen, und das funktioniert wieder nur im Rahmen der Relativitätstheorie. Solange wir das nicht tun, ist das Ergebnis unserer Messung halt auch nur ein zufälliges Einzelergebnis. Eine Wirkung im relativistischen Sinn ist damit nicht ausgeübt, sondern ergibt sich erst durch den an die Relativitätstheorie gebundenen Vergleich beider Messungen.
Was hat das alles jetzt mit Gehirnen, Geistern, der Seele oder Telepathie zu tun? Überhaupt nichts.
Gibt es nicht Quantenzustände im Gehirn? Das ist nicht klar. Die Frage ist, ob Quantenzustände irgendwas zu unserem Bewusstsein beitragen, was nicht einfach stochastisches Rauschen ist. Um das zu beantworten, bräuchten wir eine belastbare, überprüfbare Theorie von Bewusstsein. Es gibt die These von Stuart Hammeroff, die auch von Roger Penrose verbreitet wird, dass Bewusstsein was mit Quantenzuständen in bestimmten Biomolekülen in Gehirnzellen zu tun haben könnte; das ist als Theorie interessant und ebenso umstritten, wissenschaftlich vor allem noch völlig unklar.
Selbst wenn sich das als wahr herausstellen würde, könnte man damit nicht erklären, welchen Effekt Verschränkung auf unser Gehirn haben sollte. Verschränkung beruht auf einer gemeinsamen Geschichte von Elementarteilchen. Warum sollte ein Elektron meines Gehirns mit einem anderen Elektron in einem anderen Gehirn verschränkt sein? Und wenn es das wäre, wie sollte diese eine Verschränkung in den in allen praktischen Belangen unendlich vielen anderen Elektronen im Gehirn irgendeinen Einfluss haben? Vielleicht noch einen so großen, dass mir der Geist meines toten Vormieters erscheint oder ich telepathisch mit meinem Chef verbunden bin? Dazu gibt es weder einen denkbaren Mechanismus, noch irgendeine plausible Abschätzung, wie das quantitativ ablaufen sollte. Es gibt keine Erklärung, wie unser Gehirn evolutionär so eine Eigenschaft entwickelt haben könnte. Aber es gibt jede Menge Hinweise, dass das unbelegter, aus den Finger gesogener Quatsch mit Soße ist, der so nicht funktionieren kann.
Hat denn nicht der Urknall alles miteinander verschränkt? Sicher kam es beim Urknall und vor allem danach zu Verschränkungen zwischen einzelnen Elementarteilchen. Aber erstens war das ein vollkommen ungeordneter Prozess mit beliebigem Chaos in der Verteilung miteinander verschränkter Teilchen. Und vor allem ist Verschränkung nicht etwas ewiges. Wenn Teilchen Wechselwirkungen ausgesetzt werden, hebt sich die Verschränkung mit anderen Teilchen wieder auf. Kein Teilchen in unseren Gehirnen ist noch urknall-verschränkt mit irgendeinem anderen Teilchen.
Kann Verschränkung nicht auch auf höherer Ebene ablaufen als nur bei Elementarteilchen? Man kann Verschränkung auch bei komplizierten, zusammengesetzten Teilchen herstellen. Je größer die Teilchen, umso komplizierter wird das. Zudem wird es immer schwieriger, den Verschränkungszustand aufrecht zu erhalten. Größere Teilchen gehen ständig Wechselwirkungen ein. Dass sie in der Natur und gerade in Gehirnen verschränkt bleiben und dabei noch irgendetwas sinnvolles bewirken sollen, schließt sich eigentlich schon gegenseitig aus.
Aber schon ALBERT EINSTEIN hat über Verschränkung geforscht und von einer „spukhaften Fernwirkung” gesprochen! Hat er. Zwischen Elementarteilchen. Nicht zwischen Gehirnen. Und spukhaft ist es nur aus physikalischer Sicht. Mit allgemein bekanntem Spuk hat das nichts zu tun. Bestimmte Esoteriker lieben es allerdings, ihren Quatsch mit großen Namen und seriöser Forschung zu vermischen. Es geht schließlich um den Anschein von Plausibilität, auch wenn es im Zusammenhang eine Lüge ist.
Aber irgendwelche Leute behaupten, dass Verschränkung irgendeine vormals als esoterisch anzusehende Theorie bestätigen würde! They lied to you, champ. They lied! Oder die haben selbst keine Ahnung, brauchen aber irgendwas, um sich ihren Aberglauben schön und vernünftig zu reden. Quantenphysik ist da nur eine Metapher, die sich am nettesten für den Missbrauch anbietet, weil es sowieso kaum einer versteht und darum weniger Leute sachkundig widersprechen können. Und die, die dran glauben wollen, werden erst recht nicht nachforschen.
Warum glauben oder behaupten Menschen dann an so was, wenn da nun rein gar nichts dran ist? Weil sich damit Geld verdienen lässt. Weil es im Wissenschaftsteil der Zeitung stand. Weil es so schön zu unserer Wahrnehmung passt, in der wir jahrelang über besondere Zufälle nachdenken können, aber die Myriaden unbedeutender Zufälle sofort vergessen oder gar nicht erst bemerken. Und weil Tante Else schon früher immer erzählt hat, was für geheimnisvolle Phänomene es gibt, und man jetzt dankbar ist, dass endlich „Wissenschaftler” kommen und die spinnerte alte Frau wieder rehabilitieren. Oder man selber schon Tante Else ist. Ist doch so auch viel schöner, der Mensch als edles, ausgezeichnetes Sahnehäubchen auf dem Komposthaufen unendlicher Natur.
Nur richtig, das ist es leider immer noch nicht.
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Danke für die anschauliche Erklärung!
Ist schon komisch, da plant man eine kleine Satire-Serie auf diversen Esoterik-Schmarrn und wird von der “Wirklichkeit” (in den Medien) quasi eingeholt – das muss ich auch noch einbauen. ;)
[...] Einführung in Quantenphysik, Verschränkung und die Lügen der Esoterik Wobei noch zu klären wäre, ob ein Bescheuerter immer gleich ein Lügner ist, nur weil er seinen eigenen Quatsch glaubt oder ob es eher die Bescheuerten sind, die den Lügner den Quatsch glauben. Vermutlich eher letzteres. gnihihi [...]
sehr gute erklärung.
Danke für die Argumentationshilfen! Als Nichtphysiker ist man manchmal sprachlos, wenn die Esos die Quantenphysik bemühen. Da hilft etwas fachliche Erhellung doch weiter.
Gruß
CAF
@ all
Ich warte ja immer noch auf einen echten, genau in dem Bereich auch arbeitenden Quantenphysiker, der mir hier unzulässige Vereinfachung nachweist. Aber solange muss das hier nach bestem Wissen und Gewissen so stehenbleiben :)
[...] Hier weiterlesen… Teile und genieße Diese Icons verzweigen auf soziale Netzwerke bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können. [...]
Alles nur Denk-Modelle: “Man sollte zugeben, dass man eigentlich nichts weiss!”
Niemand kann mir erklären wie Bewußtsein und Langzeitgedächtnis funktioniert, niemand ist sich sicher, dass das kleinste “Teilchen” wirklich schon das kleinste ist. Und was nützt mir als Individuum all dieses Hin- und Her … wer hat recht!? Für was gibt man dann dafür so viel Geld/Personal aus? Die angeblich Wissenden wollen auch nur Kohle, die Scheinheiligen ;-)
Mit besten Grüßen
Jens Rabis
Doch, dass eine Aussage auf der Ebene “QP findet Verschränkung, hurrah, Esoterikkarneval” Müll ist, weiß man sehr wohl. Die Tatsache, dass menschliche Erkenntnis begrenzt ist, rechtfertigt nicht das Vertreten unbegrenzt unsinniger Behauptungen. Schließlich bezog sich der Originalartikel nicht auf ein mythisches Seelenkonzept, sondern auf ein wissenschaftliches Konzept, über das die Wissenschaft sehr wohl Aussagen treffen kann.
… und dazu passend von Deiner Seite …
Niemand behauptet vollständige Erkenntnis. Wenn Du Dich aber auf einen Standpunkt zurückziehen willst, dass darum alle Erkenntnis nur eitel sei, dann halt nächstes mal halt einen Moment inne, bevor Du Deinen Rechner anschaltest oder in Dein Auto steigst.
Die absolute Erkenntnis, nach der Du suchst, kann Dir die Wissenschaft nicht bieten. Das Traurige ist, aus meiner Sicht, dass Du sie auf Deinem Weg noch viel weniger wirst finden können — und Dich dabei noch berufen fühlst, die wenigen Erkenntnismöglichkeiten, die Menschen wirklich entdeckt haben, zu verobskurieren, als seien die auch nur unbelegter Gedankensalat.
Hallo kamenin! :-)
Ein schöner Text! (Beim Lesen ist mir auch das ein oder andere klarer geworden.)
Hoffentlich war die Mühe nicht umsonst! ;-)
Zitat von Jens Rabis:
“Alles nur Denk-Modelle: “Man sollte zugeben, dass man eigentlich nichts weiss!””
Diese Aussage gefällt mir eigentlich nicht. Man weiß heute schon wesentlich mehr, als der Urmensch früher.
Natürlich sind das alles Modelle, mit denen die Wissenschaftler arbeiten. Aber die Modelle funktionieren komischer Weise sehr gut, um die Ausschnitte aus der Wirklichkeit zu beschreiben.
Wenn man nix wüsste, hätten wir all die Technologien gar nicht. Der Urmensch wusste damals auch, dass sich Steine gut als Werkzeug eignen. (Durch Interaktion mit seiner Umwelt.)
Zitat:
“Und was nützt mir als Individuum all dieses Hin- und Her … wer hat recht!?”
Ich könnte mir fast denken, dass aus dieser Frage die Methodik namens “Wissenschaft” hervorgegangen ist.
Und es ist nun auch so, dass gewisse Phänomene durch die Wissenschaft aufgeklärt worden sind.
Und wie kamenin schon sagte, die Wissenschaft bietet keine absolute Erkenntnis.
Man sollte aber deswegen nicht den Fehler begehen, sich an einen Esoteriker zu wenden, der vom aktuellen wissenschaftlichen Stand keine Ahnung hat und dennoch vorgibt, alles verstanden zu haben.
mfg
Christian
[...] fachliche Anmerkungen zur Quantenphysik hat übrigens ebenfalls kamenin nachgereicht: hier. Ich selbst bin auf dem Gebiet auch alles andere als sattelfest. Einige Essays und kurze Texte von [...]
@ ChinaFan
Die Sache ist eigentlich einfach: entweder man akzeptiert, dass Wissenschaft sehr wohl was über die Eigenschaften der Dinge rausgefunden hat, was insoweit auch, im Rahmen der Erkenntnis- und Anwendungsgrenzen, wahr ist. Oder man lässt es und überzeugt sich selbst, dass alles in Wirklichkeit nicht real ist. Mit all den inneren Widersprüchen, das in einem digitalen Forum zu verbreiten.
Wenn man darüber hinaus dann unbedingt über die Natur des Dings an sich sprechen will oder das als die eigentliche Kernfrage ansehen will, kann man beliebig hin und her überlegen. Aber irgendwann kommt man dann vielleicht zu der Erkenntnis, das man nicht die geringste Ahnung davon hat und nicht mal haben kann, worüber man da eigentlich spricht. Das dann der Wissenschaft vorzuwerfen, ist zwar dreist aber vermutlich in dem Weltbild auch folgerichtig.
@kamenin … ich will die Wissenschaft ja nicht demotivieren und die Religion verdammen.
Was ich will ist:
1. dass in Deutschland das unausgesprochene Gesetz, dass beide nur dem “kollektiven Gedächtnis” zu dienen haben, abgeschafft bzw. relativiert wird = Umorientieren, Umdenken!
Relativiert in dem Sinne, dass ab einem bestimmten zu definierenden “Dienst am Menschen und/oder Dienst an zukünftigen Generationen”, das letzte Hemd - zumindest einiger weniger Individuen - doch Taschen hat”. Dazu zähle ich nicht nur “Heilige”. Wer noch, sollen die Menschen entscheiden.
Wenn es bezahlbar bzw. vertretbar ist, nicht nur für „Verdienstvolle“, sondern auch für die welche es bezahlen können. Und dann erst(!), als nächste Stufe für alle die es wollen.
Nichts ist umsonst, nicht mal der Tod, wer was anderes behauptet, da seh ich rot und reagiere
braun … Amen!
Und der Job - der vor allem Physik - sollte es sein, dafür die technologischen Optionen und die Theorien für eine praktische Umsetzung auszuloten. Weil die Physik schaut tiefer als die Biologie!
Die Religion wird gespannt sein, denn die haben einige Heilige “auf Lager” liegen. Wenn es funktioniert, wird es “Gott so gewollt” haben … *schnell eine Brücke gebaut*.
Als Wissenschaftler würde mich das voll ankotzen nur das zu beweisen, was Religionen vorherglaubten … nämlich die mögliche technologische Wiederauferstehung des Menschen. Versucht es!
Danach haben wir alle unendlich viel Zeit. Wir sind die Generation die das Pech hat, es noch nicht umgesetzt zu haben, aber vielleicht das Glück sich – aufgrund wissenschaftlicher Überlegungen – nicht nur durch Glauben - entscheiden zu können!
Mir reicht Glauben nicht, wer was anders behauptet ist – sorry, meiner Meinung nach - ein
a) Dogmat und/oder
b) schon lebend sinnlich tot
c) und/oder ein phantasieloser Flachdenker.
2. Anzuerkennen, dass der Mensch auch(!) Körper ist, wahrscheinlich weil Sinne eben “geiler“ sind, als reines Wissen, Information und Jenseits.
Naja, wie in Zukunft der technologisch wiederauferstandene Körper aussehen darf, darüber sollte man sich sicherlich konstruktiv streiten, wäre eine gesellschaftliche Grunddebatte.
Mit besten Grüßen und geheiligt sei das Individuum
und die Quantenforschung
Jens Rabis
Die “mögliche technische Wiederaufstehung des Menschen” ist mir persönlich ziemlich egal, schon weil ich nicht bis in alle Ewigkeit so ein Geschwafel ertragen möchte. Offensichtlich hast Du Dich, kommt ja immer öfter vor, nicht damit auseinandergesetzt, auf was für einem Blog Du hier bist; und offensichtlich hast Du Dich schon so in Deine eigenen Vorstellungen reinvernarrt, dass Du gar nicht mehr merkst, was für ein zusammenhangsloses Gefasel Du hier in anderer Leute Kommentarteil ablässt.
Viel Spaß beim Designen Deines wiederauferstandenen Körpers, aber mir ist meine Zeit für so einen Schmarrn zu kostbar.
Beste Grüße und Amen,
k.
ps. “braun reagieren” könntest Du dann schon woanders
Und ich dachte schon, ich sei der Einzige, der bei dem letzten Kommentar von Jens Rabis nicht ganz durchblickt.
@Jens Rabis:
Was wolltest du uns konkret damit sagen? Um was geht es dir konkret? Ehrlich, ich verstehe nur Bahnhof.
Und das mit dem “braun” ist mir auch sehr unangenehm aufgestoßen!
Die Formulierung erinnert mich an den ein oder anderen Freigeist aus dem Freigeist-Forum.
mfg
Christian
@kamenin … was suchst du dann hier mit deinem Körper auf dieser welt und frisst mir Reccourcen weg?
Ich frag mich, was Dein Wissensdrang dem einzelnen Menschen und dessen essentiellsten Ängsten nützt?
Nichts! Außer dass Du Ihnen noch versuchst die Hoffnung auf eine Art quantisches Jenseits zu nehmen.
Es sagt ja niemand, dass man die Physik/Quantenforschung benutzen sollte, Körper zur ewigen Anwesenheit zu zwingen - wie lange – das sollte schon jeder selber bestimmen.
Und für dein Amen, habe ich einen ultimativen Test, ich stell dir ne Tötungsmaschine hin, welche du selbst starten kannst, dann werden wir ja sehen, wie wichtig dir dein Körper ist ;-)
Solltest Du von Steuern leben, sollte man dir noch mehr weg nehmen … mein Gewissen beruhigt mich immer mehr … vielleicht fängst du dann doch mal an mit der “Wissensansammlung für die lebende Generation und nicht vor allem für das kollektive Gedächtnis”, weil du nur noch von Privatgeld leben kannst. Doppelamen!
Solltest Du kein Wissenschaftler sein, denke ich, du bist mit deinem Leben ziemlich unzufrieden, also nehme anderen keine Hoffungen - mit Denkmodellen -welche mit ihren unwissenschaftlichen Hoffungen sehr gut leben können.
Deine Überschrift kotzt mich an, einer der eigentlich nix Essentielles weiss, behauptet andere lügen!
Mit besten Grüßen
Jens Rabis
Höchst interessant, diese Quantenphysik. Viel eher, als an Esoterik, muss ich in diesem Fall eher an Philosophie denken. Ich finde es immer faszinierend, wie sehr diese Bereiche miteinander verknüpft sind.
Ich habe noch ein paar Leienfragen:
1) Wenn davon gesprochen/geschrieben wird, dass Teilchen eine Ladung von + oder- 1 haben, ist es statisch die mathematisch festgelegte Größe von + und - eins, oder ist es einfach die Tendenz nach oben und unten, sobald es von 0 abweicht?
Könnte theoretisch, wenn die Teilchen miteinaner verbunden sind, ein Ladungsaustausch stattfinden, also aus +- und andersrum werden?
@Jens Rabis: Von mir mal die durchaus ironiefreie Empfehlung, einfach mal nichts zu sagen, wenn man keine Ahnung hat.
@ Jens Rabis
Because I can…
Und jetzt heißt’s leider, sich hier zu verabschieden und einen anderen Mitteilungskanal für Deine Ideen zu finden…
@ Viktoria
Also wenn ich die erste Frage richtig verstanden habe, ist die Antwort: Ladung ist auf Ebene der Elementarteilchen keine statistische Größe, sondern eine diskrete. Soll heißen, ein Elektron/Positron hat immer eine Ladung vom Betrag einer Elementarladung (darum ist +1 eigentlich +1*e), nur das Vorzeichen ist anders. Halbe Elementarladungen kommen in der Natur frei nicht vor — allerdings, gibt’s um die Sache zu verkomplizieren, Drittel-Ladungen in Quarks, den Bausteinen von Kernteilchen. Aber auch da nur in als feste Verhältnisse 1/3 oder 2/3.
Warum wir bei Quarks ausgerechnet Drittelladungen finden, Elektronen aber ganze Elementarladungen tragen (und die Drittelladung sich in Teilchen auch immer zu Null oder einem ganzzahligen Vielfachen der Elementarladung ergänzen, ist noch nicht weiter reduktiv verstanden. Man weiß also nicht, ob und welche tieferliegende Gründe es dafür gibt (man weiß schon, wieso Quarks nicht einzeln vorkommen, aber der Zusammenhang zur Ladung ist noch nicht ganz klar). Mit einer der Gründe, warum man hofft, endlich das Standardmodell der Teilchenphysik überwinden zu können, weil das in dem alles mehr oder minder als gegeben hingenommen wird.
Auch eine nicht ganz einfache Frage. Erst mal verhalten sich Teilchen in der Quantenphysik nicht unbedingt indentifizierbar. Wenn also Elektron und Positron zusammentreffen und miteinander wechselwirken, hätte man es schwer zu sagen, dieses Elektron hat mit diesem Positron die Ladung getauscht. Davon unabhängig kann über die elektromagnetische Wechselwirkung (Anziehung/Abstoßung aufgrund entgegengesetzter/gleicher Ladung) kein Ladungsaustausch vorgenommen werden: die Teilchen wechselwirken da über ungeladene Austauschteilchen, virtuelle Photonen, die keine Ladung tragen.
Anders ist der Fall bei der schwachen Wechselwirkung, bei der es auch geladene Austauschteilchen gibt. Man kriegt in dem Sinne dann zwar keinen Ladungsaustausch, aber ein Teilchen kann dadurch seine Ladung abgeben und an ein anderes (unter Umständen neu entstehendes) übertragen. Aus +1 kann so nicht -1 werden, weil auch die Austauschteilchen eine Ladung von +/-1 haben; aber aus +1 kann 0 werden oder aus +2/3 kann -1/3 werden.
Gerade einfache Fragen sind also manchmal leider nur kompliziert zu beantworten.
ps.: das was Dich an Philosophie denken lässt, ist das Erschauern vor dem noch Unverstandenen. Methodisch läuft das doch etwas anders :-)
Oh vielen Dank Mark für den Tipp, das war die alte biologische Lösung. Theoretisch möglich, praktisch nicht umsetzbar.
1. Braucht man Frauen bzw. Gebährmutterträger dazu, welche bei dem Gedanken nicht gleich das Kotzen bekommen (würde ich auch) und 2. Kann da auch nur wieder ein Mensch draus werden, das langweilt nicht wenige. Siehe Avantare „Second Live“.
O.k. – dachte ich mir - dann spielen wir halt quantentechnisch Gott und schaue in dieses Board nach Informationen. Ich musste feststellen, dass da einer hetzt. Das ist wie die Pest in Deutschland! Und er versucht sich auch noch mit der Überschrift stärker zu machen, indem er versucht andere „klein zu reden“. Wirft ihnen sogar vor, nur Geld machen zu wollen, ich denke er doch wohl auch ;-)
Zurück zur quantentechnischen Wiederauferstehung per Recycling/Fließen:
Ich hätte kamenin gern gefragt, ob da was physikalisch dagegen spricht, aber scheinbar ist der nur „Informations- aber wenig lebensgeil!“ Stimmt ja nicht, der verdrängt nur oder gehört dem Netzwerk „nur für das kollektive Gedächtnis“ an, weil er finanziell abhängig ist von Geldern.
Für den reinen Körper - ohne Gehirn - prüfe ich derzeit, ob quantentechnisch was dagegen spricht, sich konserviert später von Nanobots in einer Flüssigkeit zerlegen zu lassen.
Die lassen mich dann in eine Art künstliche Gebärmutter oder einem „Dino-Ei“ fließen.
Sollte das keinen automatischen Lebensimpuls bringen, müssen die Bots zuerst aus meinem Material eine Eizelle + Samenzelle oder nur eine Eizelle (Jungfernzeugung) konstruieren. Der Gedanke der körperlichen Wiederverwendung 99% +0,x% gefällt mir sehr gut. Dem neuen Körper sind nur physikalische Grenzen gesetzt. Ich habe nur meinen Zustand geändert.
Beim Gehirn wird es komplizierter, derzeit “schnippel” ich gedanklich alles weg, was man nicht unbedingt braucht, um das Volumen zu verringern. Leider kann man im Moment nur kleine Volumina vital/reversibel einfrieren. Hat man plötzlich nen Unfall, muss man derzeitige Gegebenheiten
einfach so hin nehmen. Klar geht die Forschung weiter und es sollte kein Zwang werden.
Normale Kinderchen sollten auch weiter gemacht werden ;-)
Mit besten Grüßen
Jens Rabis
P.S: Vielleicht lernt kamenin irgendwann, dass Stänkern - ohne neue Hoffnung und Alternativen anzubieten - nach hinten los geht. Er hätte nur die Überschrift weniger spaltend schreiben sollen.
Ich werde wohl doch nicht darum herumkommen, hier über kurz oder lang mal ein paar Kommentierregeln auszuformulieren und dann auch durchzusetzen. Schon um einigen Leuten klar zu machen, dass das hier kein freies “Board” ist, sondern der Kommentarteil zu dem Beitrag darüber. In dem übrigens nicht mehr Recht auf Meinungsäußerung besteht, als ich sie auch in meiner Wohnung zulassen würde, Platzverweise inklusive.
@ Jens Rabis
Mach das einfach mit Deinen Nanobots, künstlichen oder echten Gebärmuttern, und wenn’s keiner ernstnimmt, fühl Dich weiter verfolgt vom Netzwerk, ist mir egal. Nur nicht mehr hier.
Was Hoffnung und Alternativen angeht, erlaube ich mir die Hoffnung, dass das Dein letzter Beitrag hier war. Ansonsten kann ich Dir die Alternative anbieten, Dich in den Moderationsfilter zu stecken. Ist ja alles ganz lustig, was Du da schreibst, aber das hier ist für ernsthafte Kommentare. (Und bevor Du nachfragst: was ein ernsthafter Kommentar ist, entscheide auf meinem Blog ich, nicht Du)
Beste Grüße und noch viel Erfolg im weiteren Leben,
k.
Solchen Leuten “noch viel Erfolg im weiteren Leben” zu wünschen ist m.E. nachgerade menschenverachtend.
Das nur mal so gesagt. :-p
Ob es “Quantenzustände” im Gehirn gibt, ist übrigens sehr wohl klar, schon deswegen, weil de facto jede chemische Reaktion angewandte Quantenmechanik ist. Besonders mysteriös ist das deswegen trotzdem nicht…
Stimmt, das “das ist nicht klar” oben ist etwas missverständlich, insbesondere weil sowieso eher um die Beziehung zwischen Quantenphysik und Bewusstsein, nicht Gehirn ging. Was gemeint und nicht klar ist, steht ja im Satz dahinter.
Aber es stimmt, über all die exotische Quantenphysik vergisst man leicht, dass die Unterscheidung zwischen Quanten und “klassisch” bei aller Berechtigung doch erst nur Konstrukt ist.
Vielleicht willst Du aber auch nur meine Kommentatoren anstacheln, dass die jetzt hier ankommen: “alles ist Quanten, wir ham’s doch gewusst, ätsch-bätsch, The-Secret, The-Secret!”… Die schick ich dann aber bei Dir vorbei ;-)
@kamenin
Danke für den schönen Artikel(und die guten Kommentare)! Als Physiker bin ich natürlich immer an solchen Themen interessiert und finde es schön, dass sie das Phänomen der Quantenverschränkung kurz und knapp etwa auf den Punkt bringen konnten.
Dass die Sache, so schwer sie zu verstehen und mathematisch zu beschreiben ist, immer wieder von Menschen aus dem Esoterikbereich als hinreichende Erklärung für “Unverständliches/Unerklärbares” herangezogen wird, ist doch immer wieder erstaunlich… Natürlich lässt sich mit Halbwissen, Leichtgläubigkeit anderer und Unvernuft viel Geld machen, aber es zeugt schon fast von Arroganz oder Faulheit, wenn man die krönenden Resultate der Arbeit von hunderten von Physiker/Forschern/Theoretikern/Mathematiker über hunderte von Jahren für zB irgendwelche “Wunderheilungen dank quantenphysikalischen Effekten” ver- und missbraucht. Exakte Wissenschaften sind komplett etwas anderes als solche nicht empirisch überprüfbare und in mathematischen Konzepten beschreibare, vom einzelnen Subjekt wahrgenommenen Aussagen. (Sorry, aber da bekomme ich einen Schreikrampf und fürchte um meinen Ruf als Physi…)
Noch was zum Thema: Wer sich gerne noch vertieft in die Materie einarbeiten möchte, empfehle ich die Scripte auf http://www.itp.unibe.ch/index.html?lang=0&id=3
Btw
beste Grüsse und noch hoffentlich weitere solche Artikel
Physistudi
Ich weiß, man soll keine Trolle füttern, aber eines noch …
[editiert, siehe unten,
k.]
@ Physistudi
Danke! Eine Frage habe ich aber dennoch, die mich gerade wirklich beschäftigt: sagt man in der Schweiz wirklich und allen Ernstes… “Physi” und gar noch “Physi-Studi”? Oder ist das nur ein Nickname?
Ich weiß gerade gar nicht, was ich lustiger fände ;)
Beste Grüße zurück!
@ ChinaFan
Ich weiß auch, dass das schwierig ist, ehrlich, aber manchmal ist es wirklich angebracht. Ich hab Deinen Kommentar editiert, nicht weil Du irgendwas falsches oder an sich schlechtes geschrieben hättest — aber ich habe nun mal gerade JR hier das Kommentieren untersagt, da wäre es unfair, hier noch über ihn zu kommentieren. Und das führt eh nur dazu, dass er auch noch was dazu sagen will.
Also, nichts für ungut, weitermachen,
k.
Zu Name “Physi”: Ja, das ist nicht nur ein Nickname. Es wird bei uns als berndeutsches Wort für Physiker oft im kollegenhaften Umgang miteinander gebraucht. Physistudi hingegen ist wohl eher eine eigene Wortschöpfung :)
Beste Grüsse
@k. du faires Menschending, sehr nett von dir :-))
ChinaFan kann mir gerne per Email schreiben.
O.k. das war mein letzter Kommentar, …
[Allerdings. Darum hab ich den Rest auch gleich gelöscht,
k.]
[...] gute „Einführung in Quantenphysik, Verschränkung und die Lügen der Esoterik“ – bezieht sich natürlich nicht auf meine kleine Satire, sondern auf den Artikel Buch-Werbetext [...]
“Professor Hans-Peter Dürr, ehemaliger Leiter des Max-Planck-Instituts für Physik in München, vertritt heute die Auffassung, dass der Dualismus kleinster Teilchen nicht auf die subatomare Welt beschränkt, sondern vielmehr allgegenwärtig ist.
Der Dualismus zwischen Körper und Seele ist für ihn ebenso real wie der Welle-Korpuskel-Dualismus kleinster Teilchen, also die Tatsache, dass Licht beide scheinbar gegensätzlichen Formen annehmen kann: elektromagnetische Welle und „handfestes Teilchen“. Seiner Auffassung nach existiert auch ein universeller Quantencode, in den die gesamte lebende und tote Materie eingebunden ist. Dieser Quantencode soll sich seit dem Urknall über den gesamten Kosmos erstrecken.
Konsequenterweise glaubt Dürr an eine Existenz nach dem Tode. „Was wir Diesseits nennen, ist im Grunde die Schlacke, die Materie, also das, was greifbar ist. Das Jenseits ist alles Übrige, die umfassende Wirklichkeit, das viel Größere“, zeigt er sich überzeugt. Insofern sei unser gegenwärtiges Leben bereits vom Jenseits umfangen.”
Dürr lied to you, champ. He lied! - wird deine antwort lauten, right?
grüsse, S.
Nein, Du hast das Argument nicht verstanden. Wer heute argumentiert, das wissenschaftlich umgrenzbare Phänomen der Verschränkung würde in irgendeiner Weise esoterische Phantasien wie Telepathie, Geistersehen oder darüber hinaus die Existenz einer “Seele” beweisen oder auch nur wissenschaftlich wahrscheinlicher machen — der lügt. Oder hat es nicht verstanden. Er stellt jedenfalls als Wahrheit dar, was seine eigenen, zumal noch falschen, Vermutungen sind.
Was Dürr angeht — der sich nicht auf das Thema dieses Artikel, Quantenverschränkung, beruft — er hat da seine kleine Privatphilosophie, die er gerne haben kann, solange er nicht behauptet, dass die deshalb wissenschaftlich wäre. Das sind Begriffe wie Quantencode nämlich nicht — eigentlich sind es freie Begriffe, die man erst mal füllen müsste, bevor man nachschauen kann, mit welchen Versuchen quantenphysikalischer Interpretation die überhaupt verträglich wären.
Vor allem hat dieser “Quantencode” mit Deinen Vorstellungen von “Jenseits” oder “Seele” erst mal gar nichts zu tun. Dürr selbst bezeichnet seinen Quantencode als ein “Informationsfeld”, und sein Konzept eines Weiterlebens nach dem Tod ist, dass das Größere (Menschheit), auf das er jetzt Wirkung hat, nach seinem Tod weiterbesteht. Das ist nicht gerade Dein katholischer Ansatz, nehme ich an. Zumal Informationsfeld eher ein atheistischer Begriff ist ;-)
Und jetzt zu den Kernfragen an Dich: wenn Dürr in Wirklichkeit einen ganz anderen Ansatz vertritt als Froböse, bei Dir als Leser aber rüberkommt, Dürr unterstütze Froböses Reden von Verschränkung und Seele — wer trüge an diesem Missverständnis wohl Schuld? Wäre das von demjenigen wohl Nachlässigkeit oder will er vielleicht absichtlich diesen Eindruck erzeugen? Wenn man bedenkt, dass derjenige das Zitat gerade da enden lässt, bevor Dürr es selbst klarstellt?
Das kannst Du Dir ja noch mal überlegen und entsprechend meine Feststellung dazu anders bewerten, wenn Du denn willst.
Beste Grüße,
k.
p.s. Wenn ich einen Studenten bitten würde, mir den Welle-Teilchen-Dualismus zu erklären, und es käme: “die Tatsache, dass Licht beide scheinbar gegensätzlichen Formen annehmen kann: elektromagnetische Welle und ‘handfestes Teilchen’.” — ich würde ihm wahrscheinlich eher abraten, auf dem Stand ein Buch darüber zu schreiben, gar noch eines zur Beantwortung der letzten Menschheitsfragen.
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