Zwei Kulturen (1): Hillary Clinton schreckt vor nichts zurück

Ich habe schon einige komische Argumente gehört, warum Barack Obama der bessere demokratische Kandidat für die amerikanischen Präsidentschaftswahlen wäre; und dazu viele absurde, warum Hillary Clinton es auf keinen Fall werden dürfe. Sei das, wie es ist — mir ist es einigermaßen schnurz, auch wenn ich eine Meinung habe, vor allem über einige Auswüchse der medialen Berichterstattung, mit der sich amerikanischer Qualitätsjourn Massenjournalismus mal wieder ein sehr beredtes, wenn auch prächtig inszeniertes Armutszeugnis ausstellt. Jetzt muss ich aber mein Urteil wohl revidieren.

Zum einen hat sich Sheryl Crow nun endlich ausgesprochen, dass auch sie Obama unterstützt, in einem eloquenten Meisterstück auf ihrem Blog [1]; das Hauptargument scheint zu sein, dass fehlende Erfahrung irgendwie ein Vorteil ist. Zum anderen, und das mag die wissenschaftlich interessierten Leser hier mehr beeindrucken: auf einer seiner inzwischen wöchentlichen Entschuldigungs-Pressekonferenzen hat DNA-Doppelhelix-Mitentdecker James Watson ebenfalls seine Unterstützung für Barack Obama bekanntgegeben. Mit einem mir bisher neuem Argument:

“I really want Obama to win,” but he said he would back John McCain over Hilary Clinton (”Hilary—whoo,” were his exact words) because McCain would be a stauncher advocate of science. Clinton, he said, “actually believes social science is as good as science.”

Hervorhebung von mir, wenn Hervorhebung überhaupt noch nötig war. Hillary Clinton: Sozialwissenschaften so gut wie echte Wissenschaft! Nicht zu glauben. Diese seelenlose Roboterin-Querstrich-Hexe-Querstrich-Schlampe (via). Man sollte sie an die gesellschaftswissenschaftlichen Institute jagen.

Wo ironischerweise die meisten Obama unterstützen.

Das Leben ist seltsam.

[1] Direktverlinkung des Beitrags funktioniert nicht. Es ist derzeit der zweite, also der unter dem über das bestimmt überaus nützliche Einkaufsutensil. Nicht zu glauben, wie vielseitig diese Frau bloggt. Auch wenn sich mir nicht erschließt, wozu man diese Supereinkaufstasche braucht. Ich dachte bisher, das Einkaufsverpacken wäre in den Staaten Aufgabe des für Deutschland so zwingend vorbildlichen Niedriglohnsektors Vollbeschäftigungs-Modells.

One Response to “Zwei Kulturen (1): Hillary Clinton schreckt vor nichts zurück”

  1. Das Leben ist seltsam.

    Und endet zumeist tödlich. Laßt uns also die richtige Meinung haben.

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