There ain’t no cure for love

Religion hat zu so ziemlich allem was zu sagen. Insofern sind wir uns sehr ähnlich. Möglicherweise gibt es dennoch Unterschiede, auf die ich hier jetzt nicht eingehen will.

Aber wenn man schon den direkten Draht zu Gott hat und sowieso am meisten von menschlichem Leiden versteht, ist es wohl auch nur naheliegend, medizinische Ratschläge zu geben. Zum Beispiel, was die Zusammensetzung von Impfstoffen angeht. Man hat einfach die besseren Argumente (> Submitted Text):

In Mark 10:13-16, it says, “People were bringing little children to him in order that he might touch them; and the disciples spoke sternly to them. But when Jesus saw this, he was indignant and said to them, ‘Let the little children come to me; do not stop them; for it is to such as these that the Kingdom of God belongs. Truly I tell you, whoever does not receive the kingdom of God as a little child will never enter it.’ And he took them up in his arms, laid his hands on them, and blessed them.”

Das ist natürlich nur die theologische Begründung für die Qualifikation von Religion, was über Medizin sagen zu können. Jesus liebt Kinder: fragt uns. Dass man sich dann im Folgenden mit Quacksalbern gemein macht, wissenschaftliche Literatur bestenfalls noch sehr selektiv zitiert und sich auf Allgemeinplätze beruft, ist dann egal, Politik machen kann man damit trotzdem. Es ist ja überhaupt schon schändlich, Kindern in irgendeiner Form Gift zu spritzen.

Der denialism blog rückt was gerade. Aber die Debatte geht in den USA gerade hoch her, auch ohne, dass sich jetzt noch einzelne Kirchen da glauben, sich einmischen zu müssen, und die wird nicht mit der Widerlegung eines Arguments vorbei sein. Das wird uns hier auch noch erwischen, genug impfkritische Foren und Webseiten gibt es schon mit teilweiser beträchtlicher Lesezahl. Da vermischen sich Verschwörungstheoretiker mit Esoterikern und Anhängern so genannter Alternativmedizin. Das ist in den möglichen Auswirkungen ernster anzusehen als die belanglosen, weil abseitigen Quantenphantasmen kreativer Menschen.

Spieltheoretisch ist Impfung in einer individualisierten Gesellschaft nun mal in einer eher komplizierten Situation. Und dann kommen noch die ganzen psychologischen Effekte, wenn wirklich mal was passiert, ob durch die Impfung oder auch einfach nur nach einer Impfung. Plötzlicher Kindstod macht angst. Warum auch sowas mit Gottes Willen erklären, wenn man auch einen depperten Wissenschaftler beschuldigen kann. Vielleicht zeigt sich wenigstens da noch, was man tief drinnen selbst auch nur für hiflosen aber tröstenden Aberglauben hält.

Add: deutsche Beiträge zur Impfdebatte gibt es beim Assistenzarzt, WeiterGen, Hinterm Mond gleich links und dem EsoBlog.

4 Responses to “There ain’t no cure for love”

  1. Da kann ich auch http://www.sciencebasedmedicine.org/ nur empfehlen, da gibts wirklich gute und ausführliche Artikel, unter anderem auch zur Anti-Impf-Esoterik

  2. Als deutsche Seite hätte ich auch noch impfinformationen.de aufnehmen sollen.

  3. Jepp, super Seite. Endlich mal jemand, der Tacheles redet und sagt, wie es wirklich ist.

    Es gibt (in Österreich ?) tatsächlich einen Paragrapfen im Strafgesetzbuch, der die Verbreitung von ansteckenden Krankheiten unter Strafe stellt?

    Warum wird das nicht bei den Masernparty-Eltern angewendet?

  4. Vemutlich weil es auch einen Paragraphen gibt, dass Eltern mit ihren Kindern so ziemlich alles machen können, wenn sie dabei in gutem Glauben handeln. Die vorsätzliche Verbreiterung von Krankheiten ist hierzulande aber, meine ich, auch strafbar, wenn auch vielleicht nur über normale Körperverletzung. Allerdings vermutlich auch da nur, wenn der Betroffene zur Polizei geht und Vorsatz sich nachweisen lässt.

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