Fotorealistischer Sternenhimmel mit dem WorldWide Telescope
Sache, die man in Berlin nicht machen kann, Nr. 562: Sternenhimmel bestaunen.
Für den Hobbyastronomen ist und bleibt Berlin halt ein Alptraum. Der Stadthimmel ist dermaßen hell, dass man gerade die hellsten Sterne sehen kann. Und bitte, ich bin aus dem Ruhrgebiet — es ist nicht, dass ich auf einem Alpenpass aufgewachsen wäre und im Alter von 5 die 2000 hellsten Sterne beim Namen hätte nennen können.
Kurze Rede, kürzerer Sinn: Microsoft Research hat heute sein WorldWide Telescope frei zum Download online gestellt. Von der Handhabung läuft das Ganze ähnlich wie Google Earth, und der gesamte zoombare Sternenhimmel scheint tatsächlich aus echtem Fotomaterial nachgebildet. Man kann sich nach Belieben umsehen, bekannte Objekte suchen oder sich gleich durch eine Tour oder einen vorgegeben Startpunkt weiter durch den Himmel scrollen. Das sieht schon relativ beeindruckend aus, wenn man aus der normalen Sicht auf die Milchstraße weiter ins Bild zoomt und sich das verwaschene Bild danach in ein hochaufgelöstes verwandelt und aus dem nebligen Schleier tausende Sterne hervortreten. Während das überhaupt einzig milchige, was man am Berliner Stadthimmel sieht, vielleicht noch der Skybeam vom Hauptbahnhof ist.
Auf der Download-Seite sind zwar schon gehobene Hardware-Anforderungen angegeben, aber bis jetzt funktioniert alles ziemlich flüssig auf meinem vier Jahre alten Rechner ohne Dual-Core und mit nur einem Gigabyte Ram. Also sollte man sich davon nicht zu sehr abschrecken lassen. Auch nicht von der überflüssigen Empfehlung zu Vista, auf XP läuft’s glänzend.
Hattip und erste Bilder: A Quantum Diaries Survivor
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Immer wenn ich von Berlin nach Oberösterreich fahre komme ich meist nachts an, wegen Büroschluss in Berlin. Dann nehme ich mir hinter dem ersten Berg die Zeit, den Abendhimmel zu genießen, wenn das Wetter klar ist. Sterne ohne Ende. Unvorstellbar viele.
Heute schon weniger, aber früher habe ich mich immer gefreut wenn ich aus der dunklen DDR in das helle West-Berlin fuhr.
Beides braucht man. Licht und Dunkelheit.
Genau so ein Erlebnis hatte ich mal als Kind auf der Reise mit Wohnwagen nach Spanien — Übernachtung irgendwo im südlichen Frankreich, Autobahnraststätte weitab von größeren Städten und eine so klare Nacht, dass ich den Mund kaum wieder zugekriegt hab — fand der Industrievorort-Junge sehr beeindruckend ;-)