Wer Inhalte nicht bewirbt, bekommt sie auch nicht legitimiert

Mein Gott, wie schwer kann es sein, einen Wahlausgang zu analysieren?
Union und FDP haben gestern massiv davon profitiert, dass links der Mitte derzeit keine Regierungsbündnisse denkbar sind und große Koalitionen wenig Anhänger haben — sogar ich bin froh, dass wenigstens die alte Regierung abgelöst wurde und wir vielleicht mal wieder einen politischen Diskurs in absehbarer [...]

Menschen sterben. Auch wenn sie geimpft wurden.

Schlechter Boulevard-Wissenschaftsjournalismus ist meistens nur ein Ärgernis für diejenigen, die es besser wissen wollen — oder auch Anlass zur Erheiterung für die, die es eh schon besser wissen. Schlechter Boulevard-Wissenschaftsjournalismus über Medizin ist dagegen in Einzelfällen schon verantwortungslos und potenziell sogar gefährlich. Das gilt umso mehr, wenn man über sensible Bereiche schreibt, in denen der [...]

Einäugige, Blinde und die Leute, die drüber schreiben

Vor zwei Wochen hat ein Journalist einen Blog eröffnet.
Das klingt nicht nach der spannendsten Nachricht, aber ich bin auch nicht der, der sich ausgedacht hat, dass es eine sei. Berichtenswert fanden das heute die zwei Journalismus- und Medien-Metablogs medienlese.com und onlinejournalismus.de. Ob das so bemerkenswert oder originell ist, dass jemand einen Watchblog über den [...]

Live-Journalismus gegen Überlive-Online-Journalismus

In meiner Kindheit fand ich die Radioübertragungen vom Bundesliga-Spieltag ziemlich doof und ganz leicht zurückgeblieben. Gut, ganz so der Fan war ich auch nicht immer. Was soll man auch erwarten, wenn man in eine Zweitliga-/Erstliga-/Zweitliga-Familie reinwächst, im Stadion wenig sieht oder versteht aber ausgiebig friert und im Fernsehen nur Länderspiele übertragen werden, von den drei [...]

Entwissenschaftlichungsjournalismus

Ist das eigentlich in anderen Gebieten auch so? Muss man da auch, sobald ein Journalist über ein Thema schreibt, in dem man sich halbwegs auskennt, beim Lesen den Übersetzungsmodus einschalten: Was will mir der Journalist eigentlich sagen? Worüber schreibt er denn nun? Wie übersetze ich das Journalistische ins Deutsche, in klare Sprache, damit ich danach [...]

Nobelpreisträger-Instrumentalisierung, Abteilung Medienkritik

Die Schlussfolgerung all dieser Markt- und Meinungsforscher lautet, alle Menschen der Welt seien entsetzlich dumm, und die einzige Möglichkeit, ihnen etwas beizubringen, bestehe darin, fortwährend ihre Intelligenz zu beleidigen. Diese Schlussfolgerung könnte sogar richtig sein. Andererseits könnte sie auch falsch sein. Und wenn sie falsch ist, machen wir einen fürchterlichen Fehler.
(…)
Die Reporter wissen ganz genau, [...]

„Du Tantenverführer“: The Observer erklärt uns Obama und unsere Sprache

German has the useful word Tantenverführer: ‘A young man of excessively good manners you suspect of devious motives [literally, an aunt-seducer].’

Das schreibt heute Nick Cohen im Comment-Teil der britischen Sonntagszeitung The Observer im Stile seines Sonntags-Journalismus.
Nun steht es in einer ziemlich nichtssagenden Kolummne, in der Cohen auf mysteriöse Weise davon auszugehen scheint, dass deutsches Interesse [...]

Politik im Unpolitischen: Barack Obama in Berlin

Wer gestern doch noch zur Siegessäule gezogen war und sich erfolgreich durch die weitgehend entspannte Menge und die nicht immer entspannte Sicherheitskontrolle geschoben hatte, konnte dann im warmen Sonnenschein einen ebenso entspannten Präsidentschaftskandidaten-Kandidaten eine kleine Rede halten hören. Man könnte also sagen: ein netter Vorabend. Nur das ganze Brimborium kam für eine 25-minütige Rede etwas [...]

Rauschhaftes Politfest an der Siegessäule

Nichts konnte das Volk Berlins mehr halten, den prominenten Gast zu bejubeln und zu feiern: Claus Kleber in Berlin!

Claus Kleber beglückt Berlin

Lesen Sie mehr in unserem qualitätsjournalistischen Report:

wie die Berliner Claus Kleber zu Füßen lagen
das Tagesprogramm des Claus Kleber in Berlin
umfassende Analysen, wie Claus Kleber ausgesehen und gewirkt hat
was das für das Verhältnis Deutschlands zum [...]

Es ist die Methode, nicht der Inhalt

Ja, es ist widersinnig, eine Metadebatte über deutsche Blogs noch mal zu kritisieren und damit eigentlich eine Meta-Metadebatte zu eröffnen und natürlich auch über ein Blog und sowieso. Nach über einem Jahr des Bloggens geht’s mir nur inzwischen richtig auf die Nerven, noch was darüber zu lesen, was an der deutschen Bloglandschaft gut oder schlecht [...]

Verbildete Poseure der kritischen Reflexion

Der Geburtstag von Willard Van Orman Quine jährte sich Donnerstag zum 100. Mal. Auf Evolving Thoughts kann man ihn in einem Fernsehgespräch mit Brian Magee ansehen aus der Zeit, als Fernsehen noch an so was wie einen Bildungsauftrag geglaubt hat und Intellektuelle nicht von possierlich lächelnden Medienschlunzen danach befragen ließ, wie sie sich gerade fühlten, [...]

Wenn Wissenschaftsjournalismus einem den Finger zeigt

So schlimm ist es allerdings nicht geworden, um das gleich vorweg zu schicken. Vor einem Monat hatte ich über ein glänzend gelungenes Stück Wissenschafts-PR geschrieben, das vor allem durch die englische Presse ging, da aber ziemlich lautstark: dem amerikanischen Mediziner Stephen Badylak sei es mittels eines aus Schweineblasen extrahierten Pulvers gelungen, einen abgetrennten Finger wieder [...]